Kurz beantwortet: Die Bernstein-Waldschabe ist eine kleine, honigfarbene Schabe, die im Garten, in Hecken und im Laub lebt. An Sommerabenden fliegt sie gern zum Licht und landet dabei durchs offene Fenster in der Wohnung. Sie frisst keine Vorräte, überträgt nach heutigem Wissen keine Krankheiten und kann sich im Haus nicht vermehren. Eine Bekämpfung ist deshalb in aller Regel nicht nötig – wichtig ist nur, sie sicher von der Deutschen Schabe zu unterscheiden.
So erkennen Sie die Bernstein-Waldschabe
- Größe: Etwa 1 bis 1,5 cm, also ähnlich groß wie die Deutsche Schabe.
- Farbe: Einheitlich hell bernstein- bis gelbbraun, die Flügel wirken leicht durchscheinend.
- Kein Streifenmuster: Auf dem Schild hinter dem Kopf fehlen die zwei dunklen Längsstreifen, die die Deutsche Schabe kennzeichnen.
- Verhalten: Sie fliegt gut und wird von Licht angezogen. Sie läuft offen über Wände und Fensterbänke, statt sofort in Ritzen zu verschwinden.
- Zeitpunkt: Funde gibt es fast nur in der warmen Jahreszeit, etwa von Frühsommer bis Herbstbeginn, oft einzeln und abends.
Der wichtigste Unterschied: Die Deutsche Schabe ist ein echter Hygieneschädling. Sie fliegt nicht, versteckt sich tagsüber in der Küche, tritt das ganze Jahr auf und hinterlässt Kotspuren und Jungtiere. Sehen Sie ganzjährig Tiere, auch winzige ohne Flügel, oder Kotpunkte in Schränken, sollten Sie die Art bestimmen lassen. Die großen, dunklen Arten – Orientalische Schabe und Amerikanische Schabe – sind mit ihr kaum zu verwechseln.
Warum sie in Wiesbaden und im Rhein-Main-Gebiet häufiger wird
Die Bernstein-Waldschabe stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. In Deutschland wurde sie Anfang der 2000er-Jahre erstmals nachgewiesen und hat sich seitdem vor allem im wärmeren Süden und Westen ausgebreitet. Das milde Klima im Rhein-Main-Gebiet und in den Tallagen am Taunusrand kommt ihr entgegen.
Draußen ist sie ein ganz normaler Gartenbewohner. Sie lebt in Hecken, Sträuchern und in der Laubschicht und ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenteilen. Gärten mit Hecken, Komposthaufen und viel Laub sind ideale Lebensräume, und abends locken beleuchtete Fenster sie an.
Ist die Bernstein-Waldschabe gefährlich?
Nein. Sie geht nicht an Lebensmittel, lebt nicht in Abflüssen oder Abfall und gilt nicht als Überträger von Krankheiten. Im Haus findet sie weder passendes Futter noch ausreichend Feuchtigkeit und stirbt nach kurzer Zeit. Eine Vermehrung in Wohnungen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht möglich. Unangenehm ist sie vor allem für Menschen, die sich vor Schaben ekeln – das ist verständlich, aber kein Grund für Insektizide.
Was Sie selbst tun können – und was unnötig ist
Sinnvoll:
- Einzelne Tiere mit Glas und Postkarte einfangen und draußen wieder freilassen.
- Fliegengitter an Fenstern und Terrassentüren anbringen, besonders an Räumen, in denen abends Licht brennt.
- Im Sommer abends erst das Licht ausschalten, dann lüften – oder Vorhänge schließen.
- Bei Unsicherheit ein Tier aufbewahren und uns zur Bestimmung zeigen oder ein scharfes Foto schicken.
Unnötig:
- Insektensprays, Köderdosen oder Vernebler in der Wohnung – sie richten gegen diesen Irrgast nichts aus, belasten aber die Raumluft,
- Behandlungen im Garten: Die Tiere gehören dort zur normalen Tierwelt.
So gehen wir vor
- Bestimmen: Anhand eines Tieres oder eines guten Fotos klären wir, ob es wirklich die Bernstein-Waldschabe ist.
- Ehrliche Einschätzung: Ist sie es, sagen wir Ihnen das – und raten in aller Regel von einer Bekämpfung ab.
- Nur bei anderem Befund behandeln: Stellt sich heraus, dass es sich um eine Hausschabe handelt, planen wir mit Ihnen eine gezielte Bekämpfung mit Gelködern.
- Vorbeugen: Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Fenster und Türen so absichern, dass weniger Tiere hereinfliegen.
Häufige Fragen
Ich finde jeden Sommerabend ein paar Schaben im Wohnzimmer. Habe ich einen Befall?
Wenn die Tiere hell, ungestreift und nur in der warmen Jahreszeit zu sehen sind, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Bernstein-Waldschaben, die von draußen kommen. Ein Befall im eigentlichen Sinn ist das nicht.
Können sie sich im Haus vermehren?
Nach heutigem Wissen nicht. Ohne Garten, Laub und Feuchtigkeit überleben sie in Innenräumen nur kurz.
Was kostet eine Bestimmung?
Oft reicht schon ein Foto für eine erste Einschätzung – wenn das Tier gut erkennbar ist, am besten auf dem Bauch liegend. Was ein Einsatz vor Ort kostet, hängt vom Aufwand ab; mehr dazu unter Kosten der Schädlingsbekämpfung.
Unsicher, welche Schabe es ist? Wir sagen Ihnen ehrlich, ob Handlungsbedarf besteht – in Wiesbaden, Taunusstein und im Rhein-Main-Gebiet.
Telefon: 0611 / 58 01 98 32 oder 06128 / 60 96 118 (Mo–Fr 8–16 Uhr) · Anfrage per Formular


